Online-Planspiel „Bundestag“ – Projektnachmittag der Q1
Die Leistungskurse Politik und Wirtschaft (LSW) sowie Geschichte (SMD) des Friedrich-Ebert-Gymnasiums beteiligten sich in diesem Schuljahr an dem interaktiven Online-Planspiel „Bundestag“. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Kurse schlüpften in die Rolle von Bundestagsabgeordneten.
Ziel des Planspiels ist es, politische Entscheidungsprozesse realitätsnah nachzubilden und die Funktionsweise unserer parlamentarischen Demokratie erfahrbar zu machen.
Die Ausgangssituation: Der Bundesrat hat einen Entwurf zur Änderung des Grundgesetzes in den Bundestag eingebracht, mit dem die Amtszeit des Bundeskanzlers oder der Bundeskanzlerin auf maximal 2 Legislaturperioden begrenzt, die Wahlperiode des Bundestages auf 5 Jahre verlängert und das Wahlalter auf 16 herabgesetzt werden soll. Die Verfasserinnen und Verfasser des Entwurfs versprechen sich von diesen Änderungen eine lebendigere Demokratie, mehr Stabilität zur Umsetzung politischer Programme und mehr Teilhabe für junge Menschen.
Nun war es an den Schülerinnen und Schülern (in der Rolle der Abgeordneten des Deutschen Bundestages) zu überlegen, ob die vorgeschlagenen Änderungen sinnvoll sind. Für eine Änderung des Grundgesetzes bedurfte es einer Zweidrittelmehrheit.
Als Vertreter der fiktiven Bundestagsfraktionen der Konservativen Volkspartei (KVP), der Partei für Demokratie und Gerechtigkeit (PDG), der Partei für Ökologie und Gleichberechtigung (PÖG) und der Partei für Heimat und Freiheit diskutierten, forderten und argumentierten die Schülerinnen und Schüler ihren Rollen folgend in Plenar- und Ausschusssitzungen, um Kompromisse zu finden und die Gesetzesänderungen beschließen zu können. Über Zoom angeleitet durch zwei Teamerinnen des Berliner Veranstalters polysektiv herrschte schnell eine ähnliche Atmosphäre wie im Bundestag. Da wurde nach Redebeiträgen applaudiert und an anderer Stelle auch gebuht. Aber es wurde auch unter den Fraktionen verhandelt bis es schließlich zur Schlussabstimmung kam.
In der anschließenden Feedbackrunde zeigten sich die Schülerinnen und Schüler erfreut, dass sie an dem Planspiel teilnehmen durften und stellten fest, dass sie nun den Gesetzgebungsprozess und seine Hürden durch das eigene Handeln viel besser verstünden. So erhielten sie auf praktischem Weg tiefere Einsicht in die Funktionsweise des Parlaments, der parlamentarischen Abläufe und die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse. Außerdem konnten sie ihre argumentativen Fähigkeiten, Teamarbeit und die Fähigkeit, verschiedene Perspektiven abzuwägen, trainieren.
Finanziert wird das Angebot des Planspiels von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, zuständig war hier Axel Knoblich, der die Teilnehmenden eingangs auch ganz herzlich aus Wiesbaden begrüßte.


