„Annes Kampf“ – kein gewöhnliches Theaterstück

Von Laura Placintic-Cerbulovic

Am 07.11.2025 hatten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte die Gelegenheit, im SCHANZ das außergewöhnliche Theaterstück „Annes Kampf“ zu erleben. Schon nach wenigen Minuten wurde deutlich: Dieses Stück ist anders. Es berührt, schockiert und lässt niemanden unbeteiligt zurück. „Annes Kampf“ erzählt nicht nur von der Vergangenheit, sondern auch von uns, von der Verantwortung jedes Einzelnen in der Gegenwart.

Das Stück von Marianne Blum und Thomas Linke setzt sich auf eindrucksvolle Weise mit Erinnerungskultur, Antisemitismus und Rechtsextremismus auseinander. Marianne Blum in der Rolle der Anne Frank und Thomas Linke als Adolf Hitler sorgten für eine unbeschreibliche Atmosphäre und bescherten dem Publikum eine außergewöhnliche Darbietung.

Während Marianne Blum Passagen aus dem Tagebuch der Anne Frank vorlas – geprägt von tiefen Emotionen und einem intensiven Einblick in Annes Wahrnehmung während des Nationalsozialismus – trug Thomas Linke Ausschnitte aus „Mein Kampf“ vor. Der Wechsel zwischen Musik, Gesang, Emotion und Provokation machte die Aufführung zu einem besonderen Erlebnis, das lange nachwirkte.

Auch die schauspielerische Leistung beider Darsteller war beeindruckend. Sie verliehen ihren Figuren eine solche Authentizität, dass es sich stellenweise fast real anfühlte. Bereits bei der anfänglichen Vorstellung der beiden Figuren spürte man die Spannung im Raum. Das Publikum war gefesselt von der kraftvollen Gegenüberstellung zweier Stimmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Durch intensive Mimik, Gestik und emotionale Tiefe ließen Blum und Linke die Grenzen zwischen Bühne und Realität verschwimmen.

Unsere Schülerinnen und Schüler zeigten sich tief beeindruckt und sehr interessiert. In den anschließenden Gesprächen wurde deutlich, dass das Stück sie bewegt und zum Nachdenken angeregt hat, über die Vergangenheit, aber auch über Verantwortung und Zivilcourage im Heute.

„Annes Kampf“ ist kein gewöhnliches Theaterstück. Es fordert heraus, macht nachdenklich und öffnet den Blick für die Bedeutung von Menschlichkeit und Erinnerung. Solche Aufführungen sollten im Schulalltag mehr Raum finden, da sie historische Themen lebendig und emotional greifbar machen und jungen Menschen Mut machen, Haltung zu zeigen.